Gerês – eine Enttäuschung

Wer erwartet schon in einem Nationalpark einen kleinen Ballermann? Gerês befindet sich in einer „Kessellage“, das heißt,  dass jedes Geräusch im gesamten Ort zu hören ist. Dies gilt insbesondere für Livemusik und Karaokeparties, die von den feierfreudigen Portugiesen bis in die frühen Morgenstunden ausgedehnt werden. In den letzten beiden Nächten haben wir kaum ein Auge zubekommen und die Konsequenzen gezogen. Wir haben uns wieder auf den Weg Richtung Atlantik gemacht.

Nicht ohne noch den Nationalpark zu durchstreifen, doch diesmal wie die Portugiesen mit dem Auto. Der Aussichtspunkt Pedra Bela offenbart einen hinreißenden Blick ins Tal auf den Fluss Cavádo.

Blick vom Aussichtspunkt Pedra Bela

Auf dem Weg zu einem der angeblich spektakulären Wasserfällen „Cascato do Arado“ entdecken wir, dass sich die halbwilden Pferde (Garrano) des Nationalparkes kaum durch den Touristenrummel stören lassen. Der Wasserfall ist jetzt im Hochsommer leider zu einem Rinnsal verkommen, obwohl Peneda-Gerês das regenreichste Gebiet Europas ist. Ein wirkliches Naturerlebnis auch hier leider nicht möglich, da auf dem Weg dorthin ein reger Autoverkehr herrscht. Fazit: Gerês in der Hauptreisezeit meiden!

Garrano lässt sich vom Touristenrummel nicht stören.

Auf dem Weg zum Atlantik erlebten wir eine schöne Überraschung. Wir hielten in Braga für eine kleine Mahlzeit an und wurden  von der historischen Altstadt betört.

K&F

Auf nach Galizien …

Ihr kennt das vielleicht: da bekommst du Besuch, den du vielleicht nicht mal eingeladen hast, der nutzt wie selbstverständlich deine Infrastruktur und wenn er endlich das Weite sucht, lässt er alles stehen und liegen. So ähnlich haben es die Römer vor mehr als 2000 Jahren in dieser Region gemacht. Heute sind wir einen Teil einer römischen Straße abgewandert – die Roman Geira. Wir haben die über 300 km lange Straße auf ein für uns erträgliches Maß von ca. 5 km reduziert. Am Rio Homem entlang von der Talsperre Vilarinho das Furnas bis an die Grenze zu Spanien. Die römische Gefechtsausrüstung blieb uns glücklicherweise erspart.

Dafür haben wir einige Hinterlassenschaften der Centurios in Augenschein nehmen können. Die Jungs hatten es ja nicht so mit dem Aufräumen. Schon beeindruckend. Allein auf den wenigen Kilometern waren vier solcher sehr gut erhaltenen Meilensteine zu finden.

Meilensteine

stabil seit 2000 Jahren

Bei so um die 35°C hatten wir es nach Überwindung von Steigungen, ehemaligen Bachläufen und Geröllabschnitten nach Galizien geschafft. Ein unscheinbarer Kiosk ziert die ehemals trennende Einrichtung. Ein Blick auf Galizien ist hier natürlich Pflicht.

Also gestärkt und zurück. Nun hatten wir uns aber vorgenommen, das frische Wasser des Rio Homem in einem der zahlreichen Staustellen, die zum Baden einladen, zu genießen. Eine echt nette Abkühlung. Das Wasser hat sicher etwas weniger als 20°C aber der Stop an dem wirklich glasklaren Fluss erfrischt für die knapp vier letzten Kilometer.

Und was haben die Portugiesen nun von der Hinterlassenschaft der Römer?  Eine echte Attraktion, mit einer kleinen noch heute nutzbaren Straße, auf der nun 1,50 € Maut kassiert werden sollen (so steht es auf den Schildern). Allerdings war das Kassenhäuschen unbesetzt. Vielleicht hätten die Römer noch einen Legionär dafür zurücklassen sollen.

Auf der Rücktour nach Gerês haben wir noch einen kleinen Stop in Campo do Gerès eingelegt.

Campo de Gerês

Dieses kleine Dorf mit vielleicht 160 Einwohnern besteht zum Teil noch aus Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert in denen angeblich teilweise noch Mensch und Vieh unter einem Dach leben sollen. Wir haben das nicht überprüft,  würden es aber auch nicht ausschließen.

Frank

Statistik

Heute gab es eine Wanderung im Nationalpark bis zur spanischen Grenze.  Wir sind ziemlich geschafft. Deshalb morgen mehr dazu.

Ich habe mir gerade mal die Statistiken zu unserem Blog angesehen:

Wir verzeichnen Stand heute 275 Aufrufe aus Deutschland. Damit sind unsere eigenen Aufrufe herausgerechnet.

Am meisten geklickt wurden die  Artikel

– Die Paläste von Sintra

– Sintra – der Start

– Figuera da Foz und Coimbra

Vielen Dank für Euer Interesse bisher. Für einen „inoffiziellen“ Blog finden wir das ziemlich gut. Ihr dürft gern noch für den Blog bei Freunden und Verwandten werben. Vielleicht schaffen wir ja noch die 500 Klicks.

Frank

 

Dourotal im Sommer

Wir folgen dem Lauf des Douros aufwärts etwa 150 km von Porto ins Landesinnere. Gestern wurde uns bei der Portweinprobe erläutert, dass der Geschmack des Weines hier im Dourotal durch zwei Faktoren besonders beeinflusst wird. Den schieferhaltigen Boden und die Temperaturen von über 40°C. Letzteres schien uns eher ein theoretischer Wert zu sein. Aber als wir uns gestern unserer Quinta näherten, meldete das Thermometer im Auto max. 43°C. Bei der Ankunft erklärte man uns, dass in diesem Jahr bereits Temperaturen jenseits der 50°C gemessen wurden. Leute, das ist selbst den Mücken zu heiß.

Also sind wir heute gezwungen, nach der gut einstündigen Erkundung der umliegenden Weinberge, die Zeit bis zur Weinprobe um 16 Uhr zwischen Liege und Pool zu verbringen.

Es folgen heute noch eine Weinprobe (dazu muss man sagen, dass Weinproben hier in Portugal eher geizig ausfallen – jeder deutsche Winzer würde sich schämen!) und anschließend das Abendmenü mit frisch gegrilltem Fisch nebst korrespondierender Weine aus eigener Produktion, gefolgt von hauseigenem Port zum Dessert. Also, macht Euch keine großen Sorgen, uns geht es nicht so schlecht. Wer mehr über die Herberge wissen möchte: Der Datensammler findet unter Quinta de la Rosa entsprechende Einträge.

K&F

Porto – einfach beeindruckend

Galerie

Diese Galerie enthält 20 Fotos.

Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. Die Eindrücke hier haben uns so in ihren Bann gezogen, dass wir mit Sicherheit hier nochmal herfahren müssen. Mit ca. 240.000 Einwohnern ist Porto die zweitgrößte Stadt Portugals und liegt im nördlichen … Weiterlesen

Figueira da Foz und Coimbra

Gestern war zunächst Reisetag. Zuerst ging es mit dem Zug von Sintra nach Lissabon und von dort mit dem Auto nach Figueira da Foz. Wer mal eine wirklich freie Autobahn erleben will, ist hier richtig. Kaum mehr als 10 Fahrzeuge im Sichtbereich. So kann es bei uns auch aussehen – mit PKW-Maut! Wer jetzt denkt: „Da muss ich hin, …“, kann sich gleich wieder hinsetzen – hier gilt Tempo 120 auf der gesamten Strecke.

Figueira da Foz liegt an der Mündung des Montego in den Atlantik und scheint ein Touristenmagnet zu sein. Jedenfalls sind die Hotels derzeit ziemlich ausgebucht.

Wir haben heute das Glück, einen Reiseführer zur Seite zu haben. Mein langjähriger ehemaliger Kollege Peter und seine Frau Marion verbringen seit mehreren Jahren einen guten Teil des Jahres hier. Und so hatten wir uns ausnahmesweise mal nicht in einem Weinlokal in der Frankfurter Region verabredet, sondern hier in Figueira. Unkonventionell und eine tolle Idee, wie sich zeigen sollte.

Abendessen in Figueira

Abendessen in Figueira

Der Abend führte uns zunächst zu einem tollen Blick auf Figueira von den umliegenden Bergen bei einem leckeren Vinho Verde,

Figueira da Foz von oben

Figueira da Foz von oben

Leuchtturm am Cap Montego

Leuchtturm am Cap Montego

anschließend in ein sehr ursprüngliches Restaurant und abschließend noch ins lokale Nachtleben auf einen Cocktail. Das ganze verbunden mit tollen Erkenntnisgewinnen über das Land, die Region, das Leben im Allgemeinen, philosophische Fragestellungen, …. . Ein toller Abend, wie wir fanden. Vielen Dank an Marion und Peter. Gerne wieder! In Hamburg, im Rheingau oder eben in Portugal.

Heute ist Coimbra unser Ziel. Wie entscheiden uns für die Anreise per Bahn. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde. Die Zeit nutzen wir auf der Hinfahrt zum Genießen der Natur und auf der Rückfahrt für den Blog. Auf dem Weg zum Bahnhof gibt es noch einen kurzen Stop in der Markthalle von Figueira. Ich bin immer wieder fasziniert von der Vielfalt der hiesigen Märkte. Wir sind in Hamburg ja nicht schlecht bedient damit, aber hier ist jeder Markt ein Erlebnis.

Markthalle in Figueira da Foz

Markthalle in Figueira da Foz

Jetzt aber zu Coimbra:

Dieser Ort hat schon eine Menge erlebt: Kelten, Römer, Mauren, all die reiselustigen Völker schlugen hier ihre Zelte auf. Insbesondere die Mauren hatten es nicht leicht, begehrten sie zwischen 711 und 1117 mehrfach Einlass und bekamen am Ende immer wieder eins auf die Nuss, bis sie dann den Spaß verloren und ihrer Wege gingen.

Noch heute ist Coimbra eine der bedeutendsten Städte Portugals, was nicht zuletzt mit seiner Rolle als Universitätsstandort zusammen hängt.  Mehr als 30.000 Studenten bevölkern die Stadt heute, davon studieren etwa 2/3 an der ältesten Uni Portugals und einer der ältesten Europas aus dem Jahr 1290. Die Universität Coimbra gehört seit 2013 zum Weltkulturerbe. Und wenn man mich fragt, da gehört dieses Bauwerk auch hin. Die anderen 10.000 Studies sind an der Technischen Hochschule eingeschrieben.

Schon von außen sieht die Uni beeindruckend aus.

Universitàt Coimbra

Universitàt Coimbra

Gegen einen Obolus von 10 Euro kann man das Innenleben des ehrwürdigen Bildungsinstituts besichtigen. Will man die alte Bibliothek auch noch in Augenschein nehmen, werden 12€ fällig. Wir entscheiden uns aufgrund der Wartezeit von 3 Stunden auf die nächste freie Führung dagegen. Schweren Herzens! Aber auch so war einiges geboten:

So ist da etwa der „Saal der Doktorhüte“ oder „Großer Saal der Akte“. Sollte jemand die Ehrendoktorwürde der Uni im Blick haben – hier wird der Akt vollzogen. Man wird hier aber auch als Rektor des Hauses in sein Amt eingeführt. Wer noch Ziele sucht, … .

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Beeindruckend ist auch die Neue Kathedrale Se Nova de Coimbra. Auch wenn man der Institution nicht folgen möchte, da ist schon ziemlich solide Handwerkskunst zu finden. Andereseits, da kann das Land noch so arm sein , …. .

Se Nova 1

Se Nova 1

Se Nova 2

Se Nova 2

Ebenfalls gehört ein Wissenschaftsmuseum zum Fundus des Hauses. Irre! Ein Wal-Skelett findet sich dort – genau genommen sind es zwei – ebenso, wie eine Sammlung historischer Laborgeräte. Zudem ein Sammelsurium diverser Tierpräperate. Ich weiß nicht, ob es auf der Welt z.B. eine Vogelart gibt, die dort nicht im Regal steht. Ethik hin oder her, mich hat es beeindruckt.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof liegt noch die Bischhofskirche Se Velha aus dem Jahr 1162 auf unserem Weg und, typisch Portugal, ein hinreißendes Angebot an süßen Gaumenfreuden. Manchmal finde ich es dann doch gut, dass wir hier nicht dauerhaft wohnen. Übrigens, wir haben können diesmal widerstehen.

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So, der Beitrag heute mal etwas länger geraten, das kommt nicht jeden Tag vor. Der nächste Beitrag wird Aveiro zum Thema haben. Dahin geht es als nächstes.

Bis denne!

Frank

Sintra – der Start

Galerie

Diese Galerie enthält 3 Fotos.

Olá! Hallo aus Portugal! Wir sind gut angekommen. Gelandet in Lissabon, ging es direkt weiter nach Sintra. Diesmal per Bahn, das Auto werden wir erst für unsere nördlichen Ziele nutzen. Sintra liegt ca. 25 Kilometer von Lissabon entfernt und ist … Weiterlesen

Es brennt …

Ich wollte mich eigentlich erst in Portugal wieder zu Wort melden, aber die aktuellen Nachrichten werfen ja schon einen Schatten auf unseren Urlaub. Die Gegenden um Aveiro und Porto sind von den derzeitigen Waldbränden betroffen. Wir sind nicht sicher, ob wir im Verlauf unsere Reiseroute noch mal anpassen müssen. Wir werden das im Blick behalten und gegebenenfalls entsprechend reagieren. Leider können wir die Situation nicht ändern, hoffen aber, dass die Menschen dort vor Ort die Situation in den Griff bekommen und keine Personen mehr zu Schaden kommen. Wir würden auch etwas Regen im Urlaub in Kauf nehmen.

Frank

Hallo Allerseits!



Nachdem Frank vor einiger Zeit bereits seinen Sprachaufenthalt in England dokumentiert und dabei ein wenig die Lust am Bloggen entdeckt hat, möchten wir Euch diesmal mit zu ein paar Zielen in Portugal nehmen. Lissabon ist ja mittlerweile zu einer unserer europäischen Lieblingsstädte geworden. Vielleicht sogar DIE Lieblingsstadt. Auf unserer diesjährigen Tour wird die Hauptstadt unseren Ausgangs- und Endpunkt bilden. Wobei das nur teilweise stimmt, wir landen zwar in Lissabon, werden uns aber umgehend Sintra zuwenden. Doch am Ende wird uns Lissabon noch für ein paar Tage zu sehen bekommen. Dazwischen wird uns unser Weg durch ein paar hoffentlich interessante Gegenden Nordportugals führen. Figueira da Foz, Aveiro, Coimbra, Porto, das Dourotal und der Nationalpark Peneda-Gerês liegen neben Sintra auf der geplanten Route.

Wir hoffen, Euch ein wenig von der Region und unseren Eindrücken vermitteln zu können. Kommentare sind natürlich herzlich willkommen.

Und noch eine Anmerkung:
Dieser Blog ist eine rein private, unkommerzielle Veranstaltung. Er sollte auch in Suchmaschinen nicht auftauchen, zumindest haben wir das so eingestellt. Wir haben den Link dazu an einen begrenzten Kreis von Verwandten und Freunden verteilt, von denen wir glauben, dass sie das Thema interessiert. Ihr dürft den Link gern an gute Freunde weitergeben, die sich für Portugal oder einfach für unsere Reise interessieren.

Liebe Grüße
Kirsten & Frank